Zum Jahreswechsel steht bei vielen die Frage im Raum: Was sind deine Ziele für die kommenden Monate? Was willst du erreichen? Nach meiner Erfahrung gibt es dazu verschiedene, sehr unterschiedliche Haltungen:

Die einen setzen sich regelmäßig Ziele und trachten danach, diese auch zu erreichen, den anderen widerstrebt das Planen, weil sie der Meinung sind, dass sie durch die Fixierung auf das Ziel die Fülle an Möglichkeiten, die das Leben bietet, gar nicht mehr sehen.

Die dritten nehmen sich zwar etwas vor, verfolgen dann aber nur halbherzig ihre Ziele und legen sie im Februar schon wieder zu den Akten. Sie manövrieren sich damit auf ein Gleis, das ihnen nicht gut tut, denn zurück bleibt das Gefühl, unzureichend zu sein. Die letzte Gruppe verfährt nach dem Motto: „Ich brauche keine neuen Vorsätze, die vom letzten Jahr sind noch unbenutzt.“

Statt über die Zukunft nachzudenken, möchte ich dir mit diesem Artikel Wege vorschlagen, die Gegenwart viel stärker wahrzunehmen und auf die vielen schönen Momente zu achten, die es wert sind, festgehalten zu werden.

Diese Übungen werden dich garantiert schon jetzt in der Gegenwart zufriedener und glücklicher machen:

Das Gefäß

Zuerst suchst du dir ein schönes Gefäß aus; das kann ein Kästchen sein, eine Dose oder anderes selbst gestaltetes Behältnis. Bei mir ist es eine Blumenvase. Immer, wenn du an einem Tag etwas Schönes erlebt hast, schreibst du es auf einen kleinen Zettel, faltest ihn zusammen und deponierst diesen in deinem Kästchen. Am Ende des Jahres hast du deine Sammlung von schönen Momenten, an die du dich erinnern kannst. Könnte das nicht ein tolles Ritual für kommende Silvesterabende werden?

Eine Spielerei glaubst du? Es ist weit mehr als das. Denn wenn du dir am Tag vornimmst, schöne Momente zu sammeln, lenkst du deine Aufmerksamkeit automatisch auf die Geschenke des Lebens, auf das, was gut ist und sich gut anfühlt für dich. Du setzt damit einen gewichtigen Gegenpol gegen all das Negative, das in den Medien oder in den Gesprächen mit Kollegen hervorgehoben wird.

Das Blatt

Diese Idee hab ich bei Facebook stibitzt, eine Freundin aus Brasilien hat sie gepostet. Sie hat mir so gefallen, dass ich sie mit dir teilen möchte.

Es braucht dazu ein einzelnes Blatt, auf dem 31 senkrechte und 12 waagerechte Karos markiert sind. Die Senkrechten stehen für die Tage, die waagerechten für die Monate Januar bis Dezember.

Am Ende eines jeden Tages wird das betreffende Kästchen mit einer Farbe ausgefüllt, z.B.:

Rot                    wunderbar
Hellblau             glücklich
Gelb                  normal
Grün                  müde
Dunkelblau        traurig
Grau                  stressig

 

Mit Hilfe dieser Tabelle siehst du auf einen Blick, welche Gefühle in  deinem Leben vorherrschen. Wenn dir das Bild nicht gefällt und vor allem die Kategorien der zweiten Hälfte dominieren, ist das ein Fingerzeig, dass du etwas ändern solltest. Lass nicht zu, dass die schweren Tage überwiegen.

Das Buch

Seit Jahren schreibe ich abends einige Bemerkungen in das Buch “Some Lines a Day”, das ist ein Fünfjahresbuch, in dem auf jeder Seite Raum ist für einige Zeilen. Wenige Zeilen, das ist auch für Menschen machbar, die bislang kein Tagebuch geschrieben hast. Die Einträge zum gleichen Kalendertag in fünf verschiedenen Jahren stehen untereinander. Beim Lesen früherer Einträge bin ich manches Mal überrascht, was erst oder schon ein Jahr her ist.

Mach Fotos

Vermutlich hast du wie die meisten heutzutage das Smartphone immer dabei. So könnest du jeden Tag ein Foto machen von etwas, was dir ins Auge fällt und was du im Bild festhalten möchtest, ganz gleich, ob es nun deinen Alltag dokumentiert oder eine besondere Begebenheit an diesem Tag.

Wie sieht dein Frühstück aus? Wie dein Arbeitsplatz? Sitzt ein Vogel auf deinem Fensterbrett oder leuchtet der Himmel heute ganz besonders? Hast du einen lieben Menschen getroffen oder einen Brief bekommen?

Mit der Zeit wirst du immer mehr Ausschau nach Motiven und Ideen bekommen, was du gerne festhalten möchtest. Ein bisschen mehr Nachdruck und den Schubs dranzubleiben kannst du dir selbst geben, indem du deine Fotos (vielleicht nicht alle J) auf Instagramm postet und vielleicht auch Nachahmer findest.

Am Ende des Jahres packst du alle Fotos in eine Diaschau und hast so eine wunderbare Erinnerung an die vergangenen zwölf Monate.

Warum nicht Videos?

Statt dass du Fotos machst, könntest du mit deinem Smartphone auch kurze Videos drehen. Nicht mehr wie ein paar Sekunden, denn du willst ja nicht deinen Speicherplatz überlasten und am Ende des Jahres, wenn du alle Videos zusammenfügst, auch keinen abendfüllenden Film produzieren müssen. Auf diese Weise lernst du zu sortieren, welche Sequenz dir erinnerswert ist. Du brauchst nicht die ganze Familienfeier filmen und auch nicht ein Konzert von Anfang bis Ende.

Auch wenn die Überschrift des Artikels Schöne Momente heißt, bedeutet das nicht, das Traurige und Schwere in deinem Leben auszublenden. Auch diese Zeiten kannst und darfst du festhalten. Sicher aber wirst du beim abschließenden Betrachten feststellen:

  • die guten Zeiten haben überwogen
  • du hast deinen Blick für positive Momente geschärft
  • schwere Zeiten waren kein Dauerzustand, sie gingen vorüber

Ganz gleich, welche Übung du machen wirst, beim Betrachten zum Jahreswechsel wirst du viel Freude haben an der Dokumentation deines Lebens und dich nicht mehr fragen müssen: “Wo ist denn die Zeit geblieben?”

Kennst du eine der Ideen schon oder welche spricht dich am meisten an?

 

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