Frauen in der Lebensmitte sind oft im Aufbruch: Sie wollen lang gehegte Träume endlich wahr machen. Die Kinder sind aus dem Haus, mehr Freiraum entsteht. In ihrer augenblicklichen Arbeit sehen sie immer weniger Sinn, die herrschende Unternehmenskultur widerstrebt ihnen zusehens. Sie suchen eine neue berufliche Herausforderung, möchten sich noch einmal beweisen und denken deshalb über die Möglichkeit einer Selbständigkeit nach.
Was bei einer geplanten Existenzgründung zu beachten ist und welche Schritte zu einem erfolgreichen Unternehmen führen, ist das Thema in diesem Artikel.

  1. Bist du eine Unternehmerpersönlichkeit?
    Nicht jede taugt zur Unternehmerin. Wenn du dich bisher wohlgefühlt hast, einen festen Arbeitsauftrag zu haben, klar Vorgaben zu bekommen, wie eine Aufgabe erledigt sein soll und einen Arbeitsalltag vorzufinden, der von anderen strukturiert war, dann wirst du dich als Selbständige vermutlich schwer tun. Zumindest aber wird es eine große Umstellung bedeuten, plötzlich auf sich gestellt zu sein. Unternehmerin zu sein bedeutet, mit wechselnden Herausforderungen umgehen zu können, kreative Lösungen zu entwickeln für Probleme, die bisher nicht aufgetaucht waren. Und stark zu sein in mündlicher und schriftlicher Kommunikation. Denn zu deinen Aufgaben wird es gehören, mit Menschen unterschiedlicher Bildung im Kontakt zu sein, klar deine Vorstellungen zu äußern, zuzuhören und vor allem: zu verkaufen. Nur dann wirst du in der Lage sein, Geschäfte zu machen.
  1. Mit welcher Geschäftsidee gehst du an den Start?
    Als erste Idee werden dir vermutlich die Tätigkeiten einfallen, mit denen du bisher dein Geld als Angestellte verdient hast. Doch es lohnt sich, noch einmal grundlegend nachzudenken, bevor du eine Entscheidung triffst. Was kannst du besonders gut? Damit meine ich nicht nur die Fähigkeiten, die dir in Zeugnissen bescheinigt worden sind, sondern auch Ihr deine persönliche Stärken und Eigenschaften. Dazu gehört der grüne Daumen ebenso ein Gespür für Farben oder analytisches Denken oder ein einfühlender Umgang mit Menschen. Aus der Kombination all deiner Kompetenzen und Stärken lässt sich oft eine gute Geschäftsgrundlage ableiten. Das gelingt dir, wenn du dich fragst, welche Probleme du mit dem, was du hast und sind, lösen kannst und welche Menschen diese Probleme haben. Doch das allein reicht noch nicht. Die Antwort auf die Frage, ob diese Menschen dieses Problem tatsächlich lösen wollen und ob sie bereit sind, dafür Geld auszugeben, ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, damit eine Geschäftsidee keine Luftblase ist, sondern auf Dauer trägt.
  2. Wie positionierst du dich?
    Die Furcht der meisten Existenzgründer ist, nicht genug Kunden zu finden. Da gerät mancher in die Versuchung, zu viel in sein Portfolio zu packen und dieses auch noch einer zu breit definierten Klientel anzubieten. Das Geheimnis ist vielmehr die sogenannte spitze Positionierung, d.h. Problemlöser zu sein für ein ganz spezielles Anliegen einer eng gefassten Zielgruppe. Also z.B. nicht Lebensberatung anzubieten, sondern Beratung für Mütter mit pubertierenden Kindern. Oder Beratung für Großeltern, die Enkel regelmäßig betreuen, weil deren Eltern berufstätig sind. Je spitzer die Positionierung, desto wahrscheinlicher ist es, auch regional entfernte Kunden anzuziehen und diese gut bedienen zu können. Diese Strategie ist vergleichbar mit der Situation eines Menschen, der schwer erkrankt ist. Er würde sich nicht an den Hausarzt um die Ecke wenden, um Hilfe zu erhalten, sondern den Facharzt aufsuchen, und wenn das bedeutet, eine 500 Kilometer weite Reise auf sich nehmen zu müssen.
  3. Was gehört in den Geschäftsplan?
    Auch wenn du ihn nicht für ein Gespräch mit der Bank brauchst: Ein Geschäftsplan ist wichtig. So wie kein Architekt ein Haus bauen würde ohne einen detaillierten Plan, so wenig solltest du in die Selbständigkeit starten, ohne dir über grundlegende Entscheidungen im Klaren zu sein. Was genau wird dein Geschäftsfeld sein? Bringst du alle fachlichen Fähigkeiten mit, um Kundenanfragen befriedigend erfüllen zu können? Mit welchen Angeboten gehst du los? Wie erfahren Interessenten von deinen Produkten oder Dienstleistungen? Zu welchen Preisen willst du sie anbieten? Welches ist der richtige Standort? Welche Zielkunden willst du erreichen? Was wird die Gründung und die erste Zeit danach kosten und wie wirst du dies finanzieren?Und nicht zuletzt solltest du dich über Unternehmen informieren, die mit ähnlichen Produkten oder Dienstleistungen wie den deinen am Markt sind. Lass dich sich nicht abschrecken, wenn du auf Mitbewerber stößt. Deine Firma ist für potenzielle Kunden dennoch attraktiv, wenn du weißt und klar  kommunizierst, in welchen Punkten sich dein Angebot von denen der Konkurrenz unterscheidet. Deren Adresse, Angebote und Werbestrategien gehören auf jeden Fall in den Geschäftsplan.
  1. Wieviel Kapital brauchst du?
    Um zu errechnen, welchen finanziellen Grundstock du für die Gründung benötigst, solltest du alles, wirklich alles, vom PC bis zum Handfeger auflisten. Gerade die Kleinigkeiten werden gerne vergessen, doch gerade sie summieren am Ende zu beachtlichen Beträgen. Dazu addiere die Kosten für deine Lieferanten, für die Dienstleister, die die Website erstellen, für Versicherungen und die Geschäftsausstattung. Kalkuliere nicht zu knapp. Besonders, wenn du über eine Finanzierung über eine Bank nachdenkst, sind handfeste Zahlen eine Voraussetzung. Es würde deinem Ruf als Geschäftsfrau schaden, solltest du nachverhandeln müssen, weil das Budget sich als zu knapp erweist.
  2. Wo gibt es Fördermittel?
    Wenn du nicht über das nötige Kapital für die Existenzgründung verfügst, heißt das noch lange nicht, dass du dann dein Vorhaben nicht in die Tat umsetzen kannst. Für die Anschaffung von Maschinen, die Ausstattung von Räumen, aber auch für eine Betriebsübernahme u.v.m. stehen unterschiedliche Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Eine besondere Rolle spielt hierbei die KFW-Mittelstandsbank, die ein Förderprogramm aufgelegt hat und auch die EU, die zinsvergünstige Kredite vergibt. Die meisten Fördermittel werden nur in Zusammenarbeit mit der Hausbank vergeben. Es lohnt sich, vor der Antragstellung mit einem kompetenten Berater zu sprechen, um einen formgerechten Antrag zu formulieren.
  3. Wer berät?
    Es gibt Beratungsstellen bei den örtlichen Handelskammern, den Handwerkskammern oder den Einrichtungen der regionalen Wirtschaftsförderung. Banken, Steuerberater und Rechtsanwälte bieten ebenfalls persönliche (z.T. auch bezahlte) Information an. Für diejenigen, die am liebsten ein Seminar oder einen Workshop besuchen, stehen Existenzgründertage oder thematische Vertiefungen wie z.B. zu Marketing und Vertrieb oder dem Abfassen des Geschäftsplans zur Wahl.Darüber hinaus findest du natürlich zu allen Fragen rund um die Existenzgründung Informationen im Internet oder in einer fast unüberschaubaren Menge an Literatur. Diejenigen, die sich am liebsten mit anderen potenziellen Jungunternehmern austauschen wollen, sollten Gründungsstammtische besuchen. Besonders hilfreich sind dabei allerdings nicht solche Kollegen, die im gleichen Stadium der Planung und Entscheidung stehen, sondern diejenigen, die schon einige Schritte weiter sind und von deren Erfahrung du profitieren kannst. Ein solches Netzwerk solltest du auf jeden Fall aufbauen, es ist auch in der Zeit nach der Gründung von großem Nutzen.

Mein Angebot: Der Coach an deiner Seite
Wenn du eine individuelle und kompetente Begleitung auf deinem Weg in die Selbständigkeit wünschst, dann schreib mir. Als erfahrene Gründungsberaterin biete ich Einzelcoaching und Gruppencoaching für Existenzgründerinnen an. Wir können im direkten Gespräch, aber auch telefonisch oder in einer Onlinekonferenz zusammenarbeiten. Mit mir als Coach kommst du schneller voran, vermeidest Irrwege und Nebengleise und stellst dein Geschäft auf eine solide und profitable Basis. Ich freu mich auf dich.