Schluck den Ärger nicht!

Ärger Schluck den Ärger nicht! Unpünktlichkeit, nicht eingehaltene Zusagen, mangelnde Ordnung oder kränkendes Verhalten: Es gibt es viele Situationen, die für Unmut und Ärger sorgen. Doch statt die Dinge anzusprechen und so für eine Verbesserung der Beziehung zu sorgen, sind viele Menschen lieber still. Sie wissen nicht, wie sie es anstellen sollen und haben Angst, den Anderen zu verletzen. Über einmalige Vorgänge kann man hinwegsehen. Aber wenn solche Unstimmigkeiten immer wieder auftauchen, hat ein Schweigen weitreichende Folgen.

Du ärgerst dich…

aber sagst immer noch nicht, was dich stört. So weißt nur du, dass dir etwas missfällt. Du grübelst über Ursachen, überlegst, welches die richtige Reaktion wäre, legst dir Sätze zurecht, die du sagen könntest. Doch du schweigst und die Person, die dich wütend gemacht hat, ist ahnungslos. Damit bleibt die Situation unverändert. Mehr noch: Sie verschlimmert sich, denn mit großer Wahrscheinlichkeit werden sich die Dinge wiederholen, weil du deine Grenzen nicht aufgezeigt hast.

Du verschiebst deinen Ärger

Du hast nicht den Mut, deinen Ärger dort auszudrücken, wo er entstanden ist, sondern suchst ein anderes Ventil. Du lässt deine Laune bei nahestehenden Menschen aus, von denen du hoffst, deren Zuneigung trotzdem nicht so schnell zu verlieren. Du streitest beim Nachhause kommen mit dem Partner, anstatt deinem Chef zu sagen, dass du dich ungerecht behandelt fühlst.

Oder du suchst ein anderes Feld für Vergeltung. Eigentlich wäre es nötig, mit dem Kollegen Klartext zu reden, denn er hat dich vor dem Kunden bloß gestellt. Stattdessen zerpflückst du seine Teampräsentation und hoffst, deine Überlegenheit so wieder herzustellen. Es kommt zu einem Schlagabtausch, mit dem sich die Situation nicht löst, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit verhärtet.

Du schluckst den Ärger

Natürlich kannst du so tun, als ob nichts wäre. Doch das Verdrängen hat einen hohen Preis: Deine Konzentrationsfähigkeit leidet, weil die Gedanken immer wieder zu den Vorkommnissen der Vergangenheit wandern. Du machst Fehler bei der Arbeit, deine Leistungsfähigkeit sinkt. Du verlierst die Selbstachtung, weil du nicht für deine Interessen nicht eintrittst. Und wenn du lange genug wartest, kommt es körperlichen und psychischen Gesundheitsproblemen.

Die Wutkurve


Sie entsteht, wenn du über Dinge, die dich stören, nicht rechtzeitig sprichst, sondern den Ärger in dir aufstaust. Eins kommt zum anderen, leichter Ärger steigert sich zur Wut. Am Ende lassen sich die Gefühle nicht mehr unterdrücken. Mit Macht drängen sie hinaus wie die Luft aus dem Ventil eines Dampfkochtopfs. Du schreist, jammerst, weinst. Ein Zeichen dafür, dass du zu lange gewartet hast auszusprechen, was nötig wäre.

Lass es nicht soweit kommen, sondern sage gleich beim ersten Mal, was dir nicht passt. Dann kannst du das Gespräch noch in ruhiger Atmosphäre fühlen und die richtigen Worte wählen.

 

Ein weiterer Artikel zumThema Wutkurve: Sag es gleich, wenn dich etwas stört
Zu diesem Thema gibt es einen Video-Coachingtipp: Die Wutkurve

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3 Kommentare

  1. Heidi

    Hallo, also ich halte viel zu lange meinen Mund und ärgere mich dann im Inneren. Dann, irgendwann explodiere ich, weil es nicht anders mehr geht.

    Wie kann ich dieses für mich ungesunde Verhalten nur abstellen??? Habe schon einiges versucht, es bringt mich aber nicht weiter.

    Ich halte aus Angst dem Mund, weil ich wohl Verlustängste habe und anderen Menschen einen zu großen Raum gebe.

    Ich mag nicht mehr, ich will ganz ruhig und einfach sagen, halt, so nicht, es gefällt mir nicht usw..

    LG Heidi

    Antworten
  2. proficoach

    Hallo Heidi,

    vielen geht es wir Ihnen. Sie sind lange still, möchten den Frieden bewahren und halten die Interesse ihrer Mitmenschen für wichtiger als die eigenen. Und hoffen, so von anderen gemocht zu werden. Doch genau hier liegt der Trugschluss:
    Wer zu lange wartet, seine Wünsche zu äußern, wird laut oder weinerlich und riskiert damit sehr viel mehr, sein Gegenüber zu verletzen. Es ist angenehmer, mit jemandem, zusammen zu sein, bei dem man weiß, was diese Person will und was nicht. Niemand kann Gedanken lesen.
    Wenn Sie lernen, gleich beim ersten Mal, wenn Ihnen etwas nicht passt, Grenzen zu setzen, können Sie das ruhig und in asngemessenem Ton tun.
    Probieren Sie es aus.

    Viele Grüße
    Ursula Kraemer

    Antworten
  3. Evi

    Liebe Frau Krämer, Sie haben MEIN Problem genau getroffen. Ich reagiere nicht, weil ich Angst habe, dass ich zu heftig reagiere. Und auch, weil ich als Kind /Jugendliche nie gelernt habe, anderen Grenzen zu setzen, die wurden immer nur mir gesetzt. Das heisst, ich beherrsche zwar die deutsche Sprache, weiss aber trotzdem nicht, wie ich die Worte einsezen, was ich sagen soll. Muss ich denn wirklich so viel überlegen? Heisst es nicht auch, jeder versteht seine eigene Sprache am besten? Beispiel: eine Verwandte mischt sich immer mal wieder im Befehlston in mein Privatleben. Ich finde es unhöflich und es stört mich, wg. Verwandtschaft traue ich mich nicht – obwohl sie jünger ist. Darüber hinweggehen hilft nichts, weil sich ja nichts ändert. Was raten Sie mir?

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Prima, es hat geklappt.