Selbstbestimmung für Frauen

Frauen 70er Jahre wenig selbstbestimmtWillst du dein Leben selbst gestalten? Es gibt verschiedene Wege, manche konnten Frauen allmählich umsetzen, in manchen Punkten geht es heute wieder rückwärts. Such dir deinen Weg. Du bist es dir wert.

Ein selbstbestimmtes Leben zu führen, war immer mein Ziel. Nicht nur für mich, sondern auch für andere Frauen. Frauen zu ermutigen, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen, ist die Vision, die sich wie ein roter Faden durch mein berufliches Wirken zieht.

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der Frauen in vielem noch nicht frei waren. Bis in die 70er Jahre hinein durften sie ohne Zustimmung ihres Mannes nicht berufstätig sein, für ein eigenes Konto brauchten sie seine Unterschrift, viele Berufe waren für sie nicht oder nur schwer zugänglich.

Diese Zeit hat mich geprägt. Und ebenso das Erleben, wie eingeschränkt meine Mutter in ihren Entscheidungen war, weil sie über kein eigenes Geld verfügte.

Vielleicht kennst du das aus deiner eigenen Familie. Oder du spürst heute selbst, wie wichtig finanzielle, emotionale und innere Unabhängigkeit für ein selbstbestimmtes Leben sind.

 

Wie gesellschaftliche Strukturen Frauen prägen

Einen ersten tieferen Einblick in diese Zusammenhänge bekam ich in Vorlesungen zur Familiensoziologie. Zu hören, wie sich die Großfamilie, in der Arbeit gleichwertig auf viele Schultern verteilt war und immer Kinderbetreuung vorhanden, zur Kleinfamilie wandelte, hat mich erschüttert.

Frauen saßen nun allein mit ihren Kindern in Wohnungen, versorgten Haushalt und Familie und warteten auf die Rückkehr des Ernährers.

Diese Strukturen wirken bis heute nach. Auch dann, wenn wir sie nicht bewusst wahrnehmen.

 

Frauen selbstbestimmt - mein Ziel, meine Motivation

Wenn Frauen sich neu orientieren wollen

Die Chance, mich konkret für Frauen einzusetzen, bekam ich mit dem Seminarmodell
„Neuer Start ab 35“.

Heute mag diese Zahl junge Leserinnen amüsieren, denn vieles hat sich nach hinten verschoben: Ausbildung, Karriere, Familiengründung. Doch für die Teilnehmerinnen damals kam dieser Kurs genau richtig.

Sie wollten herausfinden, wie sie die Zeit nach der intensiven Kinderbetreuung für sich nutzen wollten. Als Dozentin für Kommunikation war es meine Aufgabe, ihr Selbstbewusstsein und ihre Zielklarheit zu stärken.

Aus dieser Arbeit entstand später das intensive dreimonatige Seminar:

 

Spurwechsel – wenn Frauen ihren Weg neu ausrichten

Mehrmals wöchentlich kamen die Teilnehmerinnen zusammen, um ihre Entwicklungswünsche, Ziele, aber auch ihre inneren Hindernisse zu erkennen und zu bearbeiten.

Da jede Frau einen eigenen Zugang zu sich selbst hat, war unser Team interdisziplinär aufgestellt:
Psychologin, Malerin, Tanztherapeutin, Rechtsexpertin und ich als Teamleiterin und Kommunikationsexpertin.

Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen zeigten uns immer wieder, wie tiefgreifend diese Arbeit wirkte. Insgesamt 18 Jahre führten wir den Spurwechsel im Auftrag der Landesregierung Vorarlberg durch und beeinflussten so den Lebensweg vieler Frauen positiv.

 

Älterwerden – eine neue Lebensphase bewusst gestalten

In der Folge entwickelte ich ein weiteres Konzept für eine andere Gruppe:

Frauen 55plus

Hier ging es um das Älterwerden, die dritte Lebensphase und die damit verbundenen Fragen:
Wer bin ich, wenn Beruf und Familienaufgaben weniger werden?
Was möchte ich noch gestalten, lernen, erleben?

Fragen, die heute aktueller sind denn je.

 

Beruf, Familie und die Kunst, sich selbst nicht zu verlieren

Als mein erstes Kind auf die Welt kam, war es üblich, im Beruf länger auszusetzen und sich ganz Haushalt und Kindern zu widmen. Die Rückkehr in den Beruf war danach jedoch alles andere als leicht – zumal sich Arbeitsbedingungen und Anforderungen rasch veränderten.

Ich wollte junge Mütter dafür sensibilisieren:
Den Kontakt zum Beruf nicht abbrechen zu lassen.
Sich weiterzubilden.
Und trotz Familie Zeit für sich selbst zu behalten.

So entstand mein Konzept:

Zeit für mich – Zeit für dich

Junge Mütter gestalten ihr Leben mit ihren Kindern

Anfangs zeigte sich: Ein Kurs mit dem Schwerpunkt „Beruf“ fand kaum Interesse.
Erst die Verbindung mit Themen rund ums Kind – Erziehung, Gesundheit, Ernährung, Kindergarten – machte das Angebot attraktiv.

Erst dadurch bekam ich die Chance, meinen eigentlichen Kern zu vermitteln:
Beruf, Selbstfürsorge und Familie gehören zusammen.

Das Konzept wurde später Modellprojekt in Baden-Württemberg und erreichte so weit mehr Frauen.

 

Mitverantwortung übernehmen – auch gesellschaftlich

Selbstbestimmung ist nicht nur eine individuelle Frage.
Sie hängt stark von den gesellschaftlichen Bedingungen ab.

Deshalb leitete ich die Seminarreihe:

Neue Wege

Ziel war es, Frauen zu ermutigen, im Vereinswesen neue Rollen zu übernehmen:
Nicht nur Kuchen backen oder Räume reinigen, sondern auch Kassen führen, Verantwortung tragen, Vorsitz übernehmen.

Mit großem Erfolg.
Besonders stolz bin ich darauf, dass die Teilnehmerinnen erreichen konnten, dass unser Landkreis seine erste Frauenbeauftragte in Vollzeit einstellte.

Später bereitete ich Frauen auf politische Mandate vor, begleitete Wahlkämpfe und brachte gewählte Politikerinnen parteiübergreifend zum Erfahrungsaustausch zusammen.

Mich hat tief beeindruckt, wie offen und konstruktiv Frauen unterschiedlicher Parteien miteinander arbeiteten – und sich auch danach unterstützten.

 

Ohne eigenes Geld keine Selbstbestimmung

Ein selbstbestimmtes Leben ist ohne eigenes Einkommen nicht möglich – weder heute noch im Alter.
Trotzdem spielen finanzielle Aspekte bei der Berufswahl von Frauen oft nur eine untergeordnete Rolle.

Ein Ansatz dagegen waren die:

 

Mädchen-Technik-Tage

MädchenTechnikTageSie sollten Mädchen für technische Berufe begeistern und zugleich bewusst machen:
In welchen Berufen wird besser verdient?
Welche lassen sich mit Familie verbinden?

Ich arbeitete an vielen dieser Tage und erstellte im Auftrag von Daimler-Benz die Dokumentation.

Später forschte im Auftrag der Landesregierung zu Frauen und Beruf.

Auch bereitete Frauen in Kursen der Arbeitsagentur auf ihren beruflichen Wiedereinstieg vor, das stärkte ihr Selbstbewusstsein, klärte Ziele, brachte Erwartungen auf ein realistisches Maß.

 

Neustart statt Sackgasse

Als Unternehmen sich für diese Arbeit interessierten, entwickelte ich das Seminar weiter:

Job Comeback

Hier ging es nicht nur um die Rückkehr in den Beruf, sondern auch um die Frage:
Wie lassen sich Beruf, Haushalt und Kinder fair organisieren?
Wie können Partner Aufgaben teilen?
Und wie gelingt es, die eigenen Bedürfnisse dabei nicht zu verlieren?

Für viele Frauen wurde die Selbständigkeit ein Weg, Beruf und Familie zu verbinden.
Auch ich habe mich aus diesem Grund dafür entschieden.

Heute begleite ich Gründerinnen dabei, ihr Unternehmen auf eine solide Basis zu stellen und vermittle zugleich, dass Selbstverwirklichung auch im Angestelltenverhältnis möglich ist, etwa mit meinem Programm:

Neustart statt Sackgasse – Wege der beruflichen Neuorientierung

 

Was bleibt?

Vieles hat sich durch die Frauenbewegung verändert, manches leider nur im Schneckentempo.
Und nicht wenige Errungenschaften geraten wieder unter Druck.

Es bleibt viel zu tun.

Jede Frau sollte sich Unterstützung holen dürfen, wenn sie allein nicht weiterkommt.
Ihre Bedürfnisse sollten gehört, ihre Grenzen respektiert werden.

Wir kommen nur gemeinsam voran.
Solidarität unter Frauen ist kein romantischer Gedanke, sondern eine reale Kraft.

Und ebenso wichtig:
Jede Frau hat ihren eigenen Lebensentwurf.
Keine Entscheidung ist „richtig“ oder „falsch“. Sie ist stimmig oder nicht stimmig für die eigene Lebenssituation.

 

Auf unterschiedlichen Wegen

Seminare, Workshops und Vorträge waren meine ersten Kanäle, um Frauen zu erreichen.
Nach meiner Coachingausbildung wurde die individuelle Begleitung zum Schwerpunkt.

Heute kann ich durch Internet und digitale Formate weit mehr Frauen erreichen:
über Coaching, Zoomvorträge, Videos und Onlinekurse.
Nicht zu vergessen meine Sachbücher, bislang 14 an der Zahl, 12 davon veröffentlicht.

Was mich dabei bis heute leitet, ist unverändert:

Frauen zu ermutigen, ihr Leben bewusst, selbstbestimmt und in ihrem eigenen Tempo zu gestalten.

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Wer schreibt hier?
Ich bin Ursula
Ursula Kraemer

Ursula Kraemer

👉 Meinen ersten Blogartikel habe ich am 26.12.2010 veröffentlicht mit dem Ziel, möglichst viele Menschen zu unterstützen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Die Grundlage dazu ist meine berufliche Erfahrung und auch mein eigenes Leben. Denn auch hier lief es nicht immer rund.

👉 Im gleichen Jahre habe ich mein erstes Buch geschrieben. Eigentlich war es nur für meine Kinder gedacht, die mehr darüber erfahren sollten, wie ich die Gründung meines Unternehmens navigo-coaching geschafft habe und welche Hindernisse es zu überwinden halt. Doch als das Buch fertig war, wurde mir klar, dass die Themen, die mich damals beschäftigt und manchmal auch gehindert haben, noch heute aktuell sind. Denn was mach ich, wenn ich einen Termin habe und das Baby noch gestillt werden muss? Was, wenn Aufträge wegbrechen und dein Einkommen nicht reicht? Wie kann ich neue Kunden gewinnen und mich gegen andere angrenzen? Nun gibt es eine Neuauflage mit dem Titel Nimm dein Leben in die Hand.

👉 Das Schreiben machte mir Spaß, sowohl die Blogartikel als auch die Bücher. Und so wurden nach und nach immer mehr Bücher veröffentlicht, 2025 sind es 12 an der Zahl, zehn mit Themen zur Persönlichkeitsentwicklung und einem selbstbestimmten Leben und zwei gezeichnete Bilderbücher, das das Zeichen und Malen immer mehr Platz einnehmen.

👉 Mehr über mich erfährst du hier.