von ukraemer | Businesscoaching
Ein selbstbestimmtes Leben zu führen, war immer mein Ziel. Das wollte ich nicht nur für mich, ich wollte und will auch andere Frauen motivieren, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Das ist meine Vision, der rote Faden meines beruflichen Wirkens. Bis in die70er Jahre hinein waren die Möglichkeiten für Frauen noch sehr begrenzt. Sie durften ohne die Zustimmung ihres Mannes nicht berufstätig sein, um ein eigenes Konto zu eröffnen, brauchten sie seine Unterschrift, viele Berufe waren für sie nicht oder nur schwer zugänglich.
Diese Zeit hat mich geprägt, wie auch das Erleben, wie eingeschränkt meine Mutter in allen ihren Entscheidungen war, da sie über kein eigenes Geld verfügte.
Den ersten Einblick in die gesellschaftlichen Zusammenhänge bekam ich in Vorlesungen zur Familiensoziologie. Zu hören, wie sich die Großfamilie, in der Arbeit gleichwertig auf alle Schultern verteilt wurde und immer eine Kinderbetreuung zur Hand stand, allmählich zur Kleinfamilie wandelte, erschreckte mich. Frauen saßen nun allein mit ihren Kindern in einer Wohnung, pflegten den Haushalt und warteten auf die Rückkehr des Ernährers.
In den zehn Jahren meiner universitären Forschung und der engen Zusammenarbeit mit dem Schulunterricht habe ich erlebt, wie sehr Bildung nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Selbstbilder prägt und gerade Frauen neue Möglichkeiten eröffnet. Rückblickend waren es genau diese Erfahrungen, die meinem Ziel, Frauen zu unterstützen, zusätzliche Kraft verliehen haben.
Berufswahl
Ein selbstbestimmtes Leben ist ohne eigenes Einkommen nicht möglich, weder in jungen Jahren noch im Alter. Trotzdem spielen finanzielle Aspekte bei der Berufswahl von Frauen oft nur eine untergeordnete Rolle. Ein Ansatz dagegen waren die
Die Mädchen-Technik-Tage
Mädchen für technische Berufe zu begeistern und zugleich bewusst machen, in welchen Berufen mehr verdient wird und wie sich diese mit Familie verbinden lassen, das war das Ziel der Mädchen-Technik-Tage. Bei der ersten großen Veranstaltung in Stuttgart wurde ich mit der wissenschaftlichen Begleitung beauftragt, ich erstellte Umfragen, führte Interviews mit Technikerinnen und Ingenieurinnen, stellte Ausbildungen und Studiengänge vor. Das Presseecho war groß. Daimler-Benz finanzierte den Druck der Dokumentation.
Zu anderen Aspekten im Themenkreis Frauen und Beruf forschte ich für die baden-württembergische Landesregierung. Während heute junge Mütter so früh wie möglich in den Beruf zurückkehren wollen (oder müssen), blieben Frauen früher lange in der Familie. Erst nach einer Pause von 8, 10 oder manchmal 12 Jahren beschäftigten sie sich mit der Frage und waren leider oft bereit, nur einen kleinen Job anzunehmen.
Der berufliche Wiedereinstieg
In den vielen Kursangeboten der Arbeitsagentur war es meine Aufgabe, die Teilnehmerinnen auf diesem Schritt vorzubereiten, ihr in der Familienzeit klein gewordenes Selbstbewusstsein wieder zu stärken, ihre Ziele klar zu formulieren, aber auch, ihre hoch strebenden Erwartungen wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen. Denn sie glaubten oft, dort inhaltlich wieder anknüpfen zu können, wo sie aufgehört hatten, mit Arbeitszeiten, auf die kein Arbeitgeber würde eingehen.
Später interessierten sich Unternehmen für dieses Angebot und ich entwickelte das Seminar weiter.
Job Comeback
Hier ging es nicht nur um die Rückkehr in den Beruf, sondern auch um die Frage: Wie lassen sich Beruf, Haushalt und Kinder fair organisieren? Welche Möglichkeiten des Aufstiegs gäbe es? Wie können Partner Aufgaben verteilen? Und wie gelingt es, die eigenen Bedürfnisse dabei nicht zu verlieren?</
Für viele Frauen wurde die Selbständigkeit ein Weg, Beruf und Familie zu verbinden. Auch ich habe mich aus diesem Grund dafür entschieden. Heute begleite ich mit meinen Erfahrungen und dem inzwischen angeeigneten Knowhow Gründerinnen, ihr Unternehmen auf eine solide Basis zu stellen und vermittle zugleich, dass Selbstverwirklichung auch im Angestelltenverhältnis möglich ist, etwa mit meinem Programm
Wie verbinde ich Beruf, Familie und eigene Freizeit?
Als mein erstes Kind auf die Welt kam, war es üblich, im Beruf länger auszusetzen und sich ganz dem Haushalt und der Kindererziehung zu widmen. Nach dieser Pause allerdings war die Rückkehr in den Beruf nicht leicht, vor allem, da sich die Bedingungen und damit die Anforderungen am Arbeitsplatz immer schneller veränderten. Ich wollte junge Mütter dafür sensibilisieren:
- Brecht den Kontakt zum Beruf nicht ab
- Bildet euch weiter
- Behaltet trotz Familie auch Zeit für euch selbst
So entstand mein Konzept
Zeit für mich – Zeit für dich.
Junge Mütter gestalten das Leben mit ihren Kindern. Anfangs zeigte sich: Ein Kurs mit Schwerpunkt „Beruf“ findet bei jungen Müttern kaum Interesse. Erst die Kombination mit Themen rund ums Kind füllte das Seminar. Ich holte Fachleute an meine Seite, sie sprachen über Erziehung, Kinderkrankheiten, Ernährung, Spielzeug, Kindergarten. Das machte das Angebot attraktiv. Erst dadurch bekam ich die Chance, meinen geplanten Schwerpunkt, den eigentlichen Kern, zu vermitteln: Beruf, Selbstfürsorge und Familie gehören zusammen. Das Konzept wurde zum Modell der Landesregierung Baden-Württemberg und erreichte so weit mehr Frauen.
In vielen Seminarreihen und Workshops beschäftigte ich mich mit weiteren Themen, die für ein selbstbestimmtes Leben eine Rolle spielen: Geld, Politik, Gesundheit, Frauen in der Presse.
Kreative Freizeit
Auch die Freizeitgestaltung sollte eine Rolle spielen, da ich für mich selbst immer wieder neue Hobbys entdecken, ausprobieren und lernen wollte. An einem Kurs am Nachmittag würden junge Mütter allerdings könne nur teilnehmen, wenn sie die Kinder mitbringen dürfen. Kinderbetreuung parallel zu Kursen, so etwas hatte es bisher noch nie gegeben. Der Leiter der Volkshochschule stimmte meinem Vorschlag sofort zu, eine Freundin spielte im Nachbarraum mit der kleinen Rasselbande und die Mütter saßen in froher, entspannter Runde, um u.a. das Bilderweben auszuprobieren.
Hier gehts zu Teil 2
Foto: https://unsplash.com/de/@wulf1

