Dein SelbstbildWie gut kennst du dich? Wohl dem, der seine Stärken kennt, sind sie doch die Grundlage für Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und ein stabiles Selbstwertgefühl. Im Gegensatz dazu führt ein angeschlagenes und schwaches Selbstbild zu Minderwertigkeitskomplexen und Ängstlichkeit. So kommt ein Kreislauf mit verstärkender Wirkung in Gang: Wer sich etwas zutraut, wird mutiger bei neuen Aufgaben und wächst an ihnen. Wer davon überzeugt ist, nichts zu können, schreckt vor Herausforderungen zurück  und hat am Ende gar Angst, einen Schritt zu machen.

Wenn ich in einem Bewerbungscoaching meine Klienten nach ihren Stärken frage, zucken viele mit den Schultern: „Was soll ich da sagen, das können andere besser beantworten.“ Sie kennen sich nicht genug und wenn ihnen doch etwas einfällt, dann trauen sich nicht, zu diesen Eigenschaften und Fähigkeiten zu stehen und sie klar zu benennen.

Das Selbstbild wird geformt

Von frühesten Kindesbeinen an wird unser Selbstbild geformt: Wir erhalten Lob und Anerkennung, wenn wir in den Augen unserer Eltern etwas „gut“ gemacht haben, d.h. wenn wir ihren Erwartungen entsprochen haben. Und wir werden bestraft, wenn dem nicht so ist. So lernen wir, uns regelkonform zu verhalten. Später übernehmen diese Rolle die Schule, die Ausbilder, die Freunde, die Vorgesetzten, die Gesellschaft. Etwas wird als Stärke hervorgehoben, wenn es in das System passt. Oder es wird, und dies kommt besonders im Berufsleben vor, als selbstverständlich angesehen, was nicht eigens hervorgehoben werden muss. Und so lernen wir, genau die Eigenschaften und Talente, die ureigen zu uns gehören, selbst nicht zu schätzen.

Unser aktuelles Selbstbild ist also das Ergebnis unserer bisherigen Erfolge, aber auch unserer Niederlagen und der Kritik, die wir einstecken mussten. Als Kinder sind wir dieser Beurteilung und Verurteilung ausgeliefert, als Erwachsene aber können wir dies reflektieren und noch einmal prüfen, ob wir nicht auch Stärken und positive Eigenschaften haben, die bisher von unserem Umfeld nicht beachtet wurden, zu denen wir aber dennoch stehen können und wollen. Wir sollten aber bei einer Neubewertung auch nichts beschönigen oder ausblenden. Kein Mensch besteht nur aus positiven Eigenschaften. Wenn ich aber meine Fehler und Probleme kenne, kann ich daran arbeiten und mich weiterentwickeln.

So findest du zu deinem aktuellen Selbstbild

Selbsterkenntnis beginnt mit einer ehrlichen Prüfung von Erfahrung. Folgende Fragen helfen dir, (neue) Facetten deiner Person zu entdecken:

  • Was kann ich gut?
  • Wie gehe ich mit Menschen um, mit Tieren, mit der Natur?
  • Mit welchen Menschen komme ich gut aus?
  • Wie reagiere ich in stressreichen Situationen?
  • Wie komme ich mit Kritik zurecht?
  • Wie reagiere ich auf neue Herausforderungen?
  • Was finde ich gut an meinem Körper?
  • Worin unterscheiden Sie sich von anderen?
  • Welche Tätigkeiten gehen Ihnen leicht von der Hand?
  • Welche Eigenschaften habe ich?
  • Was ist mir bisher gut gelungen?

Schreib auf, was immer dir einfällt. Oftmals wirst du im Tun feststellen „Ach ja, das klappt immer prima“ oder „Die haben gesagt, niemand kann das so gut wie ich.“ Dann wird es höchste Zeit, deine Erkenntnisse zu notieren. Mit der Zeit hast du eine veritable Liste zusammen.

Die Ergebnisse ernst zu nehmender Tests eignen sich ebenfalls dazu,  deine eigenen Beobachtungen zu erweitern.

Der andere Blick: Das Fremdbild

Auch wenn du ganz offen und ehrlich zu dir bist, wird das, was du zusammenträgst, nur deine persönliche Sicht auf dich selbst sein. Es fehlt der Blick von außen, das Fremdbild. Rückmeldungen deiner Mitmenschen helfen, dein Selbstbild zu bestätigen, zu ergänzen und/oder zu korrigieren. Höchstwahrscheinlich hast du Vermutungen, wie andere dich sehen: „Die halten mich für schüchtern, dick, eingebildet, karrieregeil…“ Ob du damit allerdings richtig liegst, kann nur eine Überprüfung des realen Eindrucks ergeben. Wie du dabei vorgehen kannst, liest du in meinem nächsten Artikel.

Im Downloadbereich findest du das Modell ‚Johari-Fenster‘, mit dem der Zusammenhang zwischen Selbst- und Fremdbild sehr gut verdeutlicht wird.

Foto: benschonewille@fotolia

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