Wenn es um das Thema Frauen und Geld geht, ist vor allem vom Gender Pay Gap die Rede, von der bis zu 20prozentigen Lücke, die zwischen dem Einkommen von Männern und Frauen klafft. Doch davon soll in diesem Artikel nicht die Rede sein. Denn auch unter den Frauen gibt es große Unterschiede in ihrer Haltung zum Geld.

Denn es gibt zwei Gruppen: Die einen, die gut verdienen möchten, denen es wichtig ist, über eigenes Geld zu verfügen und die selbst entscheiden wollen, wofür sie es ausgeben. Die anderen, denen Geld wenig bedeutet, die sich bescheiden und der Meinung sind, dem Geld hafte etwas Unanständiges an. Hört man genauer hin, so wird deutlich, dass die zweite Gruppe häufig mit festen Überzeugungen argumentiert, um ihre Haltung zu untermauern. Im Folgenden möchte ich diese Glaubenssätze ein wenig genauer beleuchten.

Geld macht nicht glücklich
Besser wäre es zu sagen, Geld allein macht nicht glücklich. Denn Geld braucht es zum Leben und wer keines hat und Mangel leidet, wird selten glücklich sein. Das können Langzeitarbeitslose bezeugen, die Hartz 4 beziehen. Wer kein Geld hat, ist ausgeschlossen aus der Gesellschaft. Schämt sich, weil ein Kinobesuch mit Freunden nicht möglich ist und die Kinder auf den Schulausflug verzichten müssen. Und schämt sich erst recht, es offen zuzugeben.

Während Männer gerne den Job wechseln, weil sie anderswo mehr verdienen, bleibt manche Frau zu lange an einem Arbeitsplatz, „weil die Aufgaben Spaß machen und die Kolleginnen nett sind“. Es lohnt sich also, den Glaubenssatz zu der Version „Ich entscheide, wieviel Geld ich brauche, um glücklich zu sein“ umzuwandeln.

Geld verdirbt den Charakter
Das muss nicht zwangsläufig so sein. Wir sind zwar in unserer Zeit umgeben von Beispielen absoluter Gier und sehen, dass Geld oft nicht zum Wohle anderer eingesetzt wird. Geld verkommt bei ihnen zum Machtmittel. Doch wenn man die Augen aufmacht, finden sich genügend Beispiele, wie Menschen mit ihren finanziellen Möglichkeiten Gutes tun. Mal im Kleinen, weil sie einen anderen in Not unterstützen, mal im Großen, weil sie mit einer Investition oder einer Stiftung Projekte ermöglichen, die es sonst nicht gäbe. Ein geänderter Glaubenssatz könnte heißen: „Wer Geld hat, hat die Macht, es zum Wohle anderer einzusetzen.“

Bescheidenheit ist eine Zier
Dieser Glaubenssatz ist vielen Frauen bekannt. Schon beim Einstieg in einen neuen Job zögern sie, ein angemessenes Gehalt auszuhandeln, sie suchen seltener das Gespräch um eine Gehaltserhöhung und hoffen, durch fleißiges Arbeiten beim Chef aufzufallen und dann entsprechend entlohnt zu werden. Neuer Satz: „Meine Leistung ist etwas wert. Ich spreche darüber und verdiene es, angemessen entlohnt zu werden.“

Man kann nur reich werden auf Kosten anderer
Natürlich gibt es die, die andere Menschen mit einem Niedriglohn ausbeuten und krumme Geschäfte machen, um möglichst viel für sich selbst herauszuholen. Doch wenn Sie Ihren eigenen Wert, den Ihrer Leistung, durch eine Weiterbildung oder ein Coaching erhöhen, stiften Sie damit einen größeren Nutzen an Ihrem Arbeitsplatz. Sie haben sich weiterqualifiziert und können im Gegenzug größere berufliche größere Chancen, neue Aufgaben und eine bessere Bezahlung erwarten. Beiden ist gedient: Ihrem Arbeitgeber und Ihnen selbst. Eine Investition in Ihre Fähigkeiten und in Ihr Wissen sich lohnen weitaus mehr als der Kauf einer supermodischen Jeans oder einer sündhaft teuren Nachtcreme. Der neue Glaubenssatz: „Ich sorge dafür, dass ich einen Gegenwert liefere für das, was ich erhalte.“

Geld zerrinnt mir zwischen den Fingern
Ganz gleich, ob Ihnen viel oder wenig zur Verfügung steht, es lohnt sich, einen ehrlichen Überblick über die Ausgaben zu haben. Gerade die kleinen Beträge, für einen coffee to go, für eine Zeitschrift, für das spottbillige T-Shirt, werden oft schnell und unreflektiert ausgegeben, und doch summieren sie sich unterm Strich. Ein neuer Glaubenssatz kann heißen: „Ich entscheide, wofür ich mein Geld ausgebe und wo ich ohne Not sparen kann.“

Auch wenn wir in Zeiten niedriger Zinsen leben, lohnt es sich, Geld zurückzulegen, um ein Polster für Unvorhergesehenes zu haben und sich auch für die eigene Altersvorsorge verantwortlich zu fühlen. Wenn Sie im Ruhestand immer noch in Partnerschaft leben, können Sie sich mit der gemeinsamen Rente manch schönes zusätzliches Erlebnis gönnen. Sollten Sie in dieser Phase auf sich gestellt sein, droht Ihnen nicht finanzielle Knappheit. Der Satz „Armut ist weiblich“ sollte nicht auf Sie zutreffen.

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