EntscheidungManches Mal kommt man alleine nicht weiter. Wir können Freunde fragen, selbst alle Szenarien durchspielen oder ein Coaching buchen. Klara hat den letzteren Weg gewählt, um für sich zu klären, welche Entscheidung für sie stimmig ist.

Die Ausgangssituation

Klara hatte die Stelle einer Juniorproduktmanagerin in einem mittelständischen Unternehmen angetreten. Im Vorstellungsgespräch hatte man ihr zugesagt, dass sie schon bald auch eigenständige Kampagnen vorbereiten dürfte, da man ihr das aufgrund ihrer Zeugnisse zutraute.

Doch auch noch einigen Monaten war sie immer noch damit beschäftigt, Kollegen zuzuarbeiten, den Besprechungsraum herzurichten und Unterlagen zu kopieren. Sie fühlte sie unterfordert und sah, dass sie so keine Chance hatte, ihre Fähigkeiten einzusetzen und in ihrem Beruf weiterzukommen.

Klara suchte das Gespräch mit ihrem Vorgesetzten, doch der vertröstete sie mit  immer neuen Terminen.

Vielleicht muss ich einfach mehr arbeiten, vermutete Klara, und legte sich mächtig ins Zeug. Wo immer Hilfe gebraucht wurde, war sie zur Stelle. Stets in der Hoffnung, dass alle anderen ihre Ideen und ihren Einsatz zu schätzen wüssten und dies auch ihrem Chef zu Ohren kommen würde. Doch der nahm sie nicht wirklich zur Kenntnis.

Klara beriet sich mit Kollegen, was sie tun könnte, um endlich anspruchsvollere Aufgaben zu bekommen. Einige meinten, sie müsse nur Geduld haben, das käme schon noch. Andere hatten schon selbst schon erlebt, dass Zusagen nicht eingehalten worden waren und waren deshalb in die innere Kündigung gegangen. Sie rieten ihr, sie Stelle zu wechseln.

Doch vor diesem Schritt schreckte Klara zurück. Sie war zwar unglücklich an ihrem Arbeitsplatz und ging morgens immer weniger gerne hin. Das Wochenende brauchte sie, um sie wieder zu stabilisieren und neuen Mut zu fassen. Aber kündigen? Das Risiko war ihr zu hoch.

Denn wer könnte garantieren, dass sie gleich wieder eine neue Stelle fände? Sie stellte sich vor, wie sie arbeitslos sein würde und finanzielle Probleme hätte. Und außerdem: Gibt es nicht an jedem Arbeitsplatz Probleme? Vielleicht nicht diese, so doch andere.

„Die Kollegen sind nett“, so tröstet sie sich, „die würde ich sehr vermissen und das Gehalt, na ja, für den Anfang war es in Ordnung. Auf jeden Fall aber besser, als Arbeitslosengeld zu beziehen“.

Doch allmählich rumorte es doch in Klara und sie entschloss sich zu einem Coaching. Denn sie spürte, dass eine Entscheidung fällig war, entweder wirklich ja zu sagen zu ihrem jetzigen Arbeitsplatz oder sich eine neue Stelle zu suchen. Die augenblickliche Situation drohte sie zu zermürben.

Im Coaching haben wir folgendes gemacht:

      • Eine Bestandsaufnahme erstellt über die Aufgaben und Arbeitsbedingungen an der aktuellen Stelle
      • Klaras Wunschvorstellungen für eine neue Stelle aufgeschrieben
      • überprüft, ob sie wirklich bisher alles getan hatte, was in ihrer Macht stand, um ihre Lage zu verbessern.
      • herausgearbeitet, was Kopf und Bauch zu einem Stellenwechsel bzw. zum Verbleib am jetzigen Arbeitsplatz sagen
      • dafür gesorgt, dass Kopf und Bauch in Übereinstimmung kommen
      • den Stellenmarkt durchforstet und Bewerbungen aufgesetzt, um Klaras persönlichen Marktwert zu testen
      • und schließlich die Kündigung eingereicht, da ihr eine neue Stelle angeboten wurde.

Bin ich so froh, dass ich eine Entscheidung getroffen habe“, sagt Klara heute. „Ich hätte wohl bis zum Sankt Nimmerleinstag darauf warten können, ob sich irgendwann vielleicht die Bedingungen ändern.

Am neuen Arbeitsplatz habe ich endlich die Aufgaben, die ich will, kann neue Kampagnen entwickeln und bekomme regelmäßig positive Rückmeldung von meinem Chef.  Und das Beste: Ich habe neulich ein erfolgreiches Gehaltsgespräch geführt. Was will man mehr?“

Sprach’s, drehte sich lachend um und ging ihren Weg.

Mein Buch zum Thema: Ursula Kraemer: Ich entscheide mich. Jetzt! 
Eine Sammlung von Methoden zur Entscheidungsfindung.

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