Klara: „Früher habe ich mir oft zu viele Aufgaben aufgehalst. Ich wusste oft gar nicht mehr, wo mir der Kopf steht und war dauernd am Rennen.“

Coach: „Am Arbeitsplatz?“

„Ja, aber nicht nur dort. Auch meine Freunde haben mich oft um etwas gebeten und in meiner Familie war ich bekannt dafür, dass ich stets ein offenes Ohr habe.“

„Hast Du denn nicht auch mal abgelehnt und Nein gesagt?“

„Das hab ich mich nicht getraut, ich dachte, wenn andere etwas von mir wollen, dann muss ich das auch machen.“

„Und was war die Folge?“

„Ich kam gar immer weniger zu  meinen eigenen Aufgaben. Einmal habe ich einer Kollegin geholfen, weil sie mir ihrer Arbeit nicht fertig wurde. Die war einfach nur schlecht organisiert. Am Ende aber musste ich Überstunden machen, um mit meinen Sachen fertigzuwerden.  Da hat sich mein Chef schon gewundert, warum ich so lange brauche.“

„Es ist sicher ein positiver Zug, andere unterstützen zu wollen, doch das darf nicht zu deinen Lasten gehen. Und bei der Arbeit wirst du nicht danach bewertet, was du für andere getan hast, sondern nur danach, wie du deine Arbeit erledigst und wie viel Zeit du dafür aufwendest.“

„Ja, das ist schon richtig. Doch mögen mich die anderen denn noch, wenn ich ihnen etwas abschlage?“

„Lass mich mal anders rumfragen: Bist du denn jetzt besonders gut angesehen bei den Kollegen und im Freundeskreis, weil du so hilfsbereit bist?“

„Da bin ich mir nicht so sicher. Sie wollen immer mehr von mir. Egal, um was es geht: Klara macht das schon.“

„Was ist das für ein Gefühl?“

„Anfangs fand ich es gut, dass ich so gebraucht werde und meine Unterstützung gesucht wird. Aber dann hatte ich das Gefühl, ich werde nur ganz schön ausgenutzt.“

„Die Befürchtung, nicht mehr gemocht zu werden, ist der häufigste Grund, warum es vielen Menschen nicht gelingt, Nein zu sagen. Doch wer etwas tut, was er im Grunde seines Herzens nicht will oder wofür weder Kraft noch Zeit nicht da ist, handelt gegen die eigenen Interessen. Es kann ja nicht sein, dass es den anderen besser geht als mir selbst.“

„Das stimmt. Manchmal habe ich ja auch schon versucht, eine Bitte abzuschlagen, aber das hat nicht funktioniert.“

„Was hast du denn genau gesagt?“

„Na ja, z.B. dass ich dafür eigentlich keine Zeit habe. Aber da hab ich dann gemerkt, dass die anderen das gar nicht hören. Die haben mich nicht ernst genommen.“

„Hast du eine Idee, was der Grund dafür war?“

„Ich hab das so formuliert, dass man mir das nicht glaubt. Ich war mir ja selbst nicht sicher,  ob es richtig ist, Nein zu sagen. Die Worte haben nicht gestimmt, der Tonfall nicht und schon gar nicht meine Körpersprache.“

„Und wie ist es heute?“

„Ich musste mir erst einmal innerlich erlauben, dass es in Ordnung ist, Nein zu sagen. Ich muss nicht jedermanns Wünsche erfüllen. Ich ganz alleine darf entscheiden, wem ich Unterstützung geben will, wie oft und mit was. Und als das für mich klar war, konnte ich das Nein auch wirklich aussprechen und musste nicht mehr so rumeiern.“

„Wie haben die anderen auf deine selbstbewusste Art reagiert?“

„Na, zuerst waren sie ziemlich überrascht. Was ist denn mit dir los?, haben sie gefragt. Aber heute wissen sie, dass ich eine Zusage von Herzen gebe und ein Nein einen Grund hat. Und sie haben gemerkt, dass ich meine eigenen Vorstellungen habe, wofür ich meine Zeit einsetze. Das hat mein Ansehen komischerweise gesteigert.“

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2 Kommentare

  1. Hallo Ursula,
    was für ein schöner Blog. Bin ja mal gespannt, was Klara noch alles dazulernen wird. Ein „NEIN“ an der richtigen Stelle ist manchmal sehr schwierig, man möchte ja niemanden vor den Kopf stossen.
    Liebe Grüße
    Ruth

  2. Ursula Kraemer

    Hallo Ruth,

    genau aus diesem Grund nehmen wir es eher in Kauf, uns selbst ‚vor den Kopf zu stoßen‘. Das kann’s ja auch nicht sein. Wer aber lernt, die richtigen Worte zu sagen, tut sich leichter. Demnächst mehr zu diesem Thema an dieser Stelle.

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