Wie hoch ist dein Stundensatz?

Deine Preise dürfen nicht auf einer Schätzung beruhen, sie müssen das Ergebnis einer nüchternen Kalkulation sein. Wenn du hier Fehler machst, erlebst du am Ende des Jahres eine böse Überraschung.

Deine  Preise dürfen nicht auf einer Schätzung beruhen, sie müssen das Ergebnis einer nüchternen Kalkulation sein. Wenn du hier Fehler machst, erlebst du am Ende des Jahres eine böse Überraschung. Immer wieder habe ich erlebt, dass Gründerinnen, die bisher als Angestellte gearbeitet haben, eine einfache Rechnung aufstellen. Sie nehmen ihr letztes Nettogehalt und teilen diese Zahl durch die Stunden, die sie dafür gearbeitet haben. Doch das ergibt keinen realistischen Stundensatz für eine Unternehmerin. Denn vom Bruttogehalt als Angestellte, das ja um einiges höher liegt, sind die Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung wie auch die Steuer schon abgezogen.

Bei Selbständigen fallen diese Beiträge ebenfalls an, sie sind also zum errechneten Stundensatz hinzuzurechnen. Und es kommen noch weitere zusätzliche Posten dazu. So müssen Sie z.B. für den Krankheitsfall vorsorgen und brauchen ein Polster für Zeiten der Auftragsflaute und für die Vorauszahlung der Steuer.

Außerdem werden sie die Stundenzahl, die sie als Angestellte gearbeitet haben als Selbständige nie werden verkaufen können, auch nicht bei vollen Auftragsbüchern, denn sie haben eine Reihe von Aufgaben zu erledigen, die sie niemandem in Rechnung stellen können. Auch wenn sie diese Posten nun alle bei ihrer Berechnung berücksichtigen, fehlten wesentliche Überlegungen: Machen sie nur den notwendigen Umsatz, um die Kosten zu decken, oder machen sie Gewinn? Erwirtschaften sie mehr als das, was sie monatlich benötigen? Können sie sich von Ihrer Arbeit etwas leisten oder Rücklagen bilden, um wieder in die Firma zu investieren?

Noch etwas kann zur Fehleinschätzung des Honorars führen: Frauen, die soziale Dienstleistungen anbieten, aber nicht nur die, laufen Gefahr, zu wenig zu verlangen. Sie wollen Gutes tun, anderen helfen und haben eher die Zahlungsfähigkeit der Kunden im Blick, anstatt sich um die eigene finanzielle Situation zu kümmern. Hüten Sie sich also vor diesen Denkfehlern:

Sie können nicht die gleiche Stundenzahl an Kunden verkaufen wie die, für die sie als Angestellte gearbeitet haben. In ihrer eigenen Firma fallen viele Aufgaben an, die Zeit kosten und kein Geld einbringen. Ihr Nettoeinkommen als Angestellte kann nie die Basis sein, um ihren Stundensatz zu errechnen.

Als Unternehmerin haben sie höhere Ausgaben wie Versicherungen, Werbung, Bürobedarf und brauchen Rücklagen für Notfälle.

Schau also nicht in den Geldbeutel deines  Kunden und entscheide nicht für ihn, ob er sich dein Angebot leisten kann. Arbeite heraus, welchen Nutzen der Kunde hat, wenn er bei dir kauft, und lerne, diesen Nutzen selbstbewusst zu vertreten.

Wie es das geht, erfährst du in diesem Video:

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