Geist, jonglierenBis vor kurzem war man davon ausgegangen, dass das Gehirn mit den Jahren immer weniger leistungsfähig wird und nicht mehr wachsen kann. Doch das stimmt nicht, wie die Neurogenese nachgewiesen hat. Es kommt aber daran auf, den Geist zu fordern. Er wird träge, wenn wir jeden Tag das Gleiche tun, wenn unser Alltag geprägt ist von Routine. Der Kopf braucht Anregungen, um gut funktionieren zu können. Aber mit Kreuzworträtsel lösen und Sudoku spielen kommst du nicht weit. Denn mit der Zeit wirst du alle Kniffe und Kombinationen kennen. Probiere stattdessen lieber die untenstehenden kleinen Übungen. Die lassen neue Hirnzellen entstehen und aktivieren bestehende.

Vertausche die Hände

Putz dir mit der ‚falschen’ Hand die Zähne, knöpf dir mit dieser das Hemd zu oder schmiere dir so ein Brot. Wer einmal einen Arm in Gips hatte, weiß, wie schwer es ist, sich umzugewöhnen. Und lernt doch, dass es allmählich immer besser läuft, wenn man eine Weile übt.

Wer glaubt, nicht zeichnen zu können, sollte die Methode Garantiert zeichnen lernen ausprobieren, die darauf basiert, mit der ‚falschen‘ Hand den Stift zu führen. Die ideale Gelegenheit zu trainieren.

Schließe die Augen

Bei alltäglichen Verrichtungen machen wir uns keine Gedanken mehr, alles läuft automatisch. Als Augenmenschen konzentrieren wir uns sehr auf das, was wir sehen. Wenn wir die Augen schließen, aktivieren wir die anderen Sinne und machen plötzlich ganze neue Erfahrungen.

Zieh dich im Dunkeln an oder dusche mit geschlossenen Augen. Hörst dann das Plätschern des Wassers, riechst du den Duft deiner Seife und spürst du, wie du den Schaum auf Ihrer Haut verteilst? Oder plane ein Essen in einem Dunkelrestaurant, wo du Duft und Geschmack der Speisen viel stärker aufnehmen und sich von deren Konsistenz überraschen lassen können.

Verändere dein Umfeld

Sitzt du zu Hause immer am gleichen Platz? Vermutlich nimmst du dann auch nicht mehr wahr, was um dich herum ist. Deshalb ändere mal die Perspektive! Tausche deinen Platz am Esstisch, lass dich mal im Sessel nieder statt in der Sofaecke oder schlafe nicht rechts, sondern links im Ehebett.

Stell Möbel um, häng neue Bilder auf oder dekoriere die alten um. Wie wäre es mit anderen Vorhängen oder einem neuen Wandanstrich? Vielleicht ist es sogar sinnvoll, die Räume der Wohnung anders zu nutzen, weil sich die Lebensumstände verändert haben oder weil sich die Familie vergrößert oder verkleinert hat.

Nimm einen anderen Heimweg vom Büro und beobachte genau, was du siehst. Mach einen kurzen Stopp und trinke einen Kaffee in einem Lokal, in dem du noch nie warst. Oder wähle beim nächsten Restaurantbesuch ein unbekanntes Gericht.

Suche Gesellschaft

Wer ein reges Sozialleben führt, lernt, schnell zu reagieren, Gedanken in Worte zu fassen und auf andere einzugehen. Und nichts inspiriert weniger als die Gesellschaft von Menschen, deren Ansichten, Geschichten und Witze man in- und auswendig kennt.

Besonders anregend ist es, sich hin und wieder mit Menschen zu umgeben, die einen völlig anderen kulturellen oder sozialen Hintergrund haben und die sich auch beruflich mit Ihnen unbekannten Themen beschäftigen.

Warum nicht einmal ein Plausch mit dem Verkäufer am Dönerstand? Oder ein Gespräch mit dem alten Nachbarn, der anscheinend so grimmig schaut? Wer weiß, welche Geschichten er zu erzählen hätte, wenn man ihn danach fragte.

Lehne nicht ab, was du nicht kennst, sondern lass dich ein auf andere Sichtweisen, Gebräuche und Lebensarten.

Lerne etwas Neues

Niemand ist zu alt, um zu lernen. Man ist höchstens nicht mehr daran gewöhnt, neue Inhalte aufzunehmen oder scheut sich, vor anderen als Anfänger dazustehen. Fasse Mut! Die Fähigkeit zu lernen, lässt sich wieder entwickeln. Du wirst belohnt werden.

Ein neues Hobby bringt unentdeckte Fähigkeiten zum Blühen und ist gleichzeitig Humus für den Geist. Besonders dann, wenn die neue Tätigkeit ein Gegenpol bildet zur beruflichen Arbeit. Lerne tanzen oder bildhauern, wenn du am Arbeitsplatz mit Zahlen jonglierst oder Sterne deuten, wenn viel mit Menschen zu tun hast. Oder beginne zu singen, wenn du bislang Musik nur angehört hast.

Egal ob musizieren, schreiben, malen oder sich handwerklich zu betätigen: Aktiv zu sein statt passiv zu konsumieren, was andere geschaffen haben, ist weitaus befriedigender und anregender.

Fange an zu jonglieren

Überkreuzübungen stärken die Verbindung zwischen den Hirnhälften und lassen neue Zellen wachsen. Das gilt für das Jonglieren wie auch für alle Übungen, bei denen z.B. Arme und Knie vor dem Körper zusammengeführt werden.

Zieh das rechte Knie nach oben und führe es vor dem Körper mit dem linken Ellbogen zusammen und umgekehrt. Oder lass eine Hand waagerecht über deinem Kopf kreisen, während die andere Hand senkrechte Kreise vor dem Bauch beschreibt.

Ähnlich aktivierend wirkt das Musizieren, wenn beide Hände eine unterschiedliche Aufgabe haben und vielleicht sogar die Füße wie bei Schlagzeug oder Klavier zusätzlich zum Einsatz kommen.

Bewege dich

„Ich stecke fest“, sagen wir, wenn wir keinen klaren Gedanken mehr fassen können. Ändere also deine Position.

Steh regelmäßig auf, wenn du lange am Schreibtisch arbeiten musst, schreib am Stehpult, diskutiere im Gehen. Wer sich bewegt, bringt seine Gedanken in Fluss. Das hilft, wenn du dich allein mit einem Problem auseinandersetzen willst und nach Lösungen suchst. Aber auch, wenn eine Teamsitzung oder ein Gespräch mit anderen ins Stocken geraten ist.

Doch vor allem braucht unser Geist eines, um gut funktionieren: WASSER. Also trink, regelmäßig und ausreichend.

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1 Kommentar

  1. Hallo Ursula,
    Gute Tipps. Schon im alten Jahr habe ich bemerkt, ich brauche ‚was Neues!
    Ich habe vor mich für ein VHS Kurs anzumelden, habe aber noch nicht entschlossen für welche.

    Liebe Grüsse
    Jean

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