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„Wie schaffst du das eigentlich alles?“ fragen Freundinnen, wenn sie wieder einmal sehen, was ich geschrieben, gemalt, genäht, gewoben oder gestrickt habe. Und das trotz beruflicher Aufgaben, Haus und Garten. Das Geheimnis ist, freie Zeit ähnlich der beruflichen Zeit zu planen. Nur mit größerer Lust und mit mehr Freiheit. Und mit der Angewohnheit, sich immer nur kleine Schritte vorzunehmen.

Ich lege Listen an
Für einzelne Hobbys gibt es eigene Listen:

  • Was möchte ich in der nächsten Zeit an Handarbeiten machen?
  • Über welche Themen könnte ich in einem Blogartikel schreiben?
  • Welche nächsten Szenen stehen im aktuellen Romanprojekt an?
  • Welche Verschönerungen möchte ich im Haus vornehmen?
  • Welche Motive möchte ich malen, welche Technik ausprobieren?

Diese Listen hefte ich an meine Pinnwand. Sie haben für mich nichts Beunruhigendes, sie üben keinen Druck aus. Im Gegenteil: Sie helfen mir, die Dinge im Blick zu haben und sie auch tatsächlich anzugehen. Ihr Anblick schenkt mir die Vorfreude, dass ich wieder etwas gestalten kann.

Wieviel Zeit steht zur Verfügung?
Hand aufs Herz, vertrödeln Sie nicht oft Zeit, weil Sie glauben, nur dann aktiv und kreativ werden zu können, wenn die Zeitfenster groß genug sind? Doch das sind sie selten. Aber auch in wenigen Minuten lässt sich etwas bewirken. Oder es ist möglich, zumindest einen Schritt in die gewünschte Richtung zu gehen.

Ein Schnittmuster erstellen, das Motiv auf die Leinwand skizzieren, ein Brainstorming für einen Artikel beginnen, Wolle für ein Webbild heraussuchen, eine Anleitung finden, Fotos auswählen für einen Kalender…

Wo bleiben da die Lust und die Freiheit?
Meine Aufstellung von Freizeitvorhaben ist keine To-Do-Liste, die abgearbeitet werden muss. Sie ist eine Gedächtnishilfe. Ich darf auswählen, nicht nur nach der zur Verfügung stehenden Zeit und sondern auch entsprechend meinen Wünschen und augenblicklichen Bedürfnissen.

Wenn mir heute der Sinn danach steht, am Computer zu sitzen, dann mache ich das. Wenn ich stattdessen Lust auf Farbe und Pinsel habe, dann ist das an der Reihe. Wenn das Wetter schön ist, gehe ich mit der Kamera raus. Wenn mir nach Lektüre auf dem Sofa ist, dann ist auch das in Ordnung. Ich darf auch faul sein.

Die Trara-Liste zum Schluss
Irgendwann fing ich an aufzuschreiben, was ich im Laufe eines Jahres alles fertiggestellt hatte. Das Ergebnis sind Listen, die sich sehen lassen können. Mir wird bewusst, welche Fortschritte ich in einzelnen Techniken gemacht hatte und wo ich Schwerpunkte gesetzt hatte.

Auch wenn ich im Alltag manches Mal das Gefühl habe, nur zu funktionieren, mich ausschließlich mit dem Notwendigen, dem Alltäglichen zu beschäftigen, sprechen diese Listen eine andere Sprache. Sie zeigen mir, dass immer auch genügend Freiraum für kreatives Tun blieb, Bleibendes zu schaffen. Listen, die Lust machen auf mehr.

Ein bewährtes Prinzip
Schon früh habe ich festgestellt, dass man mit sehr kleinen Schritten doch auch zum Ziel kommt. Vor der Geburt unseres ersten Kindes habe ich die meiste Kleidung für mich selbst genäht und deshalb kurz vor dem Termin voller Hoffnung einen Rock zugeschnitten, der mir – neu erschlankt – wieder passend sollte. Doch Nähprojekte und ein Stillbaby passen nicht zusammen, das habe ich bald gemerkt. Zumindest nicht, wenn man dabei an einen ungestörten Nachmittag denkt.

Doch mit kleinsten Schritten konnte es klappen:
1. zuschneiden
2. Seitennähte schließen
3. Reißverschluss einnähen
4. Bund befestigen
5. Saum nähen

Jeder Schritt brauchte etwas mehr als eine halbe Stunde. Und nach einer Woche war der Rock fertig.

 

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2 Kommentare

  1. Ich werde es ausprobieren, danke für den Artikel.

  2. Dann viel Erfolg und natürlich auch Spaß damit, liebe Stefanie.

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