Du hörst mir gar nicht zu! 3 Übungen

Zuhören Sprechen KommunikationDie beiden Seiten der Kommunikation

Wer selbstbewusst auftreten möchte, denkt in erster Linie daran, seine sprachlichen Fähigkeiten zu entwickeln. Und meint damit zu lernen, seinen Standpunkt überzeugend zu äußern und die passenden Argumente vorzubringen. Selten ist davon die Rede, dass aufmerksames Zuhören genauso wichtig ist. Sprechen und Zuhören aber gehören unabdingbar zusammen. Beide sind sie die wesentlichen Voraussetzungen einer gelungenen Kommunikation.

Zwei Monologe sind kein Dialog

Kennst du Stammtischgespräche? Zwei Menschen reden abwechselnd, der eine vielleicht vom letzten Fußballspiel, der andere über sein neues Auto. Von außen betrachtet sieht es aus wie in normales Gespräch. Doch in Wirklichkeit führen die beiden zwei voneinander unabhängige Monologe. Wenn der eine spricht, wartet der andere zwar ab, bis er wieder an der Reihe ist. Was aber entscheidend fehlt, ist, dass einer auf den anderen eingeht. Denn nur dann kann aus einem Gespräch ein wirklicher Gedankenaustausch werden. Wer nur redet, weiß am Ende genau so viel wie vorher. In einem guten Gespräch aber beziehen sich die Partner aufeinander, die Beiträge des einen rufen eine Resonanz beim anderen hervor. Etwas Neues entsteht.

Übung 1:

  • Achte bei beim nächsten Meeting in der Firma, bei einer Talk Show im Fernsehen oder beim lockeren Treffen mit Freunden einmal darauf, wie oft jeder einfach nur redet, ohne einen Zusammenhang mit dem herzustellen, was andere gesagt haben. Du wirst feststellen, echtes Zuhören ist in unserer Zeit Mangelware, viele wollen sich nur produzieren, suchen die ‚Performance‘ .

Zuhören, das keines ist

Du meinst, gut zuhören können? Das stimmt vermutlich nur bedingt. In den meisten Fällen wirst du zuhören, bis ein Stichwort fällt, das dich interessiert und auf das du eingehen willst. Dann wirst du deine Antwort mit großer Wahrscheinlichkeit gedanklich vorformulieren und proben. Du möchtest schließlich gut dastehen, schlagfertig und wortgewandt wirken. Was der Gesprächspartner noch zu sagen hat, geht völlig unter, weil es dir nur noch darum geht, den eigenen Einsatz nicht zu verpassen. Vielleicht machst du noch einen interessierten Eindruck, so wie du das auch in der Schule schon getan hast. Aber in Wirklichkeit bist du ganz bei dir und nicht beim Gegenüber. Diese Art des Zuhörens wird Pseudozuhören genannt. Pseudo deshalb, weil es mit dem wirklichen Zuhören nichts zu tun hat.

Übung 2:

  • Beobachte dich bei den nächsten Gesprächen einmal selbst. Hörst du wirklich zu, bis dein Gesprächspartner zu Ende gesprochen hat?
  • Wann steigst du aus?
  • Was hindert dich am wirklichen Zuhören?

Emotionen erschweren das Zuhören

Besonders schwer fällt das Zuhören in Gesprächssituationen, in denen es emotional hoch hergeht. Wer eine Meinungsverschiedenheit oder einen Konflikt austragen muss, wer sehr gestresst ist, fühlt sich häufig nicht mehr in der Lage, gut zuzuhören. Obwohl es genau in diesen Fällen besonders wichtig wäre, zu erfahren, was das Gegenüber sagen möchte. Wer zuhören kann, lernt die Interessen und Argumente der anderen kennen und kann gezielter darauf eingehen. Zuhören heißt, sich in den anderen hineinversetzen und verstehen zu wollen. Es bedeutet nicht, dem anderen Recht zu geben. Wer bereit ist, zuzuhören, findet schneller zu einer Einigung und leistet ein Beitrag zu einer konstruktiven Gesprächsatmosphäre. Bist du emotional zu aufgeladen und kannst dich deshalb nicht mehr auf dein Gesprächsgegenüber einlassen, ist es besser, wenn du eine Gesprächspause machst, um dich zu beruhigen und später den Faden noch einmal aufzunehmen.

Übung 3:

  • Wenn du sicher gehen willst, dass du den anderen richtig verstehst, hilft es, das Gehörte zu wiederholen. Sag einfach: „Ich höre dich sagen…“. So kann dein Gesprächspartner prüfen, ob seine wesentliche Botschaft bei dir angekommen ist oder nicht.
  • Du kannst die Wiederholung auch mit anderen Formulierungen einleiten: „Ich habe verstanden,…“ „Sie legen Wert auf…“
  • Wichtig bei dieser Übung ist, dass du mit eigenen Worten das Gehörte zusammenfasst und nicht papageienartig genau wiederholst, was du gehört hast.

Dieses Vorgehen, auch Paraphrasieren genannt, nimmt Druck aus dem Gespräch und sorgt dafür, dass du auch in schwierigen Situationen dem anderen als Person wertschätzend begegnest, auch wenn du seine Meinung nicht teilst.

Das habe ich so nicht verstanden

Wer anderen eine Aufgabe überträgt, wundert sich oft, dass diese nicht so erledigt wird wie erwartet. Mögliche Verursacher dieses Missverständnisses können immer beide sein. Der eine hat den Auftrag nicht genau beschrieben, der andere nicht zugehört und er war in Gedanken schon bei der Ausführung, weil er davon ausging, schon zu wissen, worum es geht. Auch hier hilft die oben beschriebene Übung des Wiederholens.

Schau dir auch meinen Video-Coachingtipp an: Kannst du zuhören?

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Prima, es hat geklappt.